Kategorie: Boho Schmuck

Naturfarben, Steinperlen, geknüpfte Bänder und Symbole aus fernen Traditionen: Daraus setzt sich Boho Schmuck zusammen, ein Stil, der von Gegensätzen lebt. Glänzendes trifft auf Mattes, Feines auf Grobes, Stein auf Garn. Ein festes Set gibt es nicht; was zusammengehört, bestimmt allein der Blick der Person, die den Schmuck trägt. Oft verbindet sich dieser freie Stil mit spirituellen Motiven wie Om, Buddha oder den Farben der Chakren.

Woran du Boho Schmuck erkennst

Drei Merkmale tauchen fast immer auf. Da ist zunächst die Farbpalette, die aus der Natur stammt und von Sand und Erdbraun über gedämpftes Grün bis zu kräftigen Akzenten in Türkis oder Lapisblau reicht. Hinzu kommt die Oberfläche: Perlen in unterschiedlichen Größen, Knoten, Quasten und leicht unregelmäßig geformte Steine geben jedem Stück eine sichtbare Struktur.

Entscheidend ist aber der Mix. Streng symmetrisch wirkt ein Schmuckstück im Boho-Stil selten, und das ist Absicht. Stücke aus verschiedenen Quellen, Farben ohne strenges System, ein Symbol mit persönlicher Geschichte: So entsteht der Eindruck von Schmuck, der über Jahre zusammengekommen ist, statt an einem Nachmittag gekauft worden zu sein. Metall bleibt meist im Hintergrund, oft in warmen Goldtönen oder gealtertem Silber.

Vier Spielarten des Boho-Stils

Hinter dem Begriff Boho stecken heute recht verschiedene Looks. Mit der eigenen Richtung im Kopf fällt das Kombinieren leichter.

Hippie und Festival ist die lauteste Variante: viele Farben, lange Ketten, Fransen und mehrere Armbänder an beiden Handgelenken. Ihre Wurzeln liegen in den späten 1960er Jahren, neuen Auftrieb bekam sie durch die Festivalmode der 2000er.

Boho Chic wirkt aufgeräumter und erwachsener. Ein oder zwei auffällige Stücke treffen auf klare Schnitte. Im Mittelpunkt steht dann etwa ein großer Anhänger oder ein Chakra-Armband, während alles andere zurücktritt.

Deutlich reduzierter ist Modern Boho, bekannt geworden vor allem durch die Wohnwelt. Übertragen auf Schmuck heißt das: helle Naturtöne, wenige Farben, feine Perlen und kleine Symbole statt großer Statements.

Ethno-Boho schließlich rückt Muster und Formen aus bestimmten Kulturen in den Vordergrund, etwa tibetische Knoten oder die Form der indischen Mala. Gerade hier lohnt der Blick auf die Herkunft eines Motivs, damit es nicht beliebig neben anderen landet.

Symbole im Boho Schmuck und ihre Herkunft

Viele Motive des Stils stammen aus asiatischen Religionen und kamen mit den Reisenden der Hippie-Zeit in die westliche Mode. Im Hinduismus und Buddhismus gilt das Om als heilige Silbe, die am Anfang zahlreicher Mantras steht; als Anhänger zählt es zu den bekanntesten Zeichen des Boho-Looks. Der Lotus wurzelt im Schlamm und öffnet seine Blüte sauber über dem Wasser, deshalb verbindet ihn der Buddhismus mit Reinheit und geistiger Entwicklung. Anders bei den sieben Chakra-Farben: Das Modell selbst stammt aus indischen Yoga-Traditionen, die Zuordnung der Regenbogenfarben dagegen aus der westlichen Esoterik.

Daneben gibt es Motive ohne religiösen Hintergrund, etwa Mondsicheln oder Muscheln, die vor allem Stimmung transportieren. Was ein Zeichen aussagt, ergibt sich aus der Tradition, aus der es stammt, und aus dem, was du selbst damit verbindest.

Ein Look von Hals bis Handgelenk

Kette und Armbänder zusammen zu tragen, verlangt vor allem eine Entscheidung: Nur eine Zone darf laut sein. Liegt am Hals eine lange Kette mit Quaste oder ein großer Stein, wirken am Handgelenk ein bis zwei schlichte Bänder ausgewogener. Umgekehrt genauso. Zu einem vollen Armstapel passt eine feine Anhängerkette, die nur einen Punkt setzt.

Zusammenhalt entsteht über Wiederholung. Taucht der Steinton des Anhängers in einem Perlenarmband wieder auf, wirken beide wie gemeinsam ausgesucht, selbst wenn Jahre zwischen den Käufen liegen. Ebenso verbindet ein Material, das an beiden Stellen vorkommt, etwa Holz oder Kordel, oder ein Symbol, das am Hals groß und am Armband klein erscheint. Stücke für beide Bereiche findest du bei den Boho Halsketten und den Boho Armbändern.

Im Alltag und im Büro

Für den Arbeitstag muss der Stil nicht verschwinden, er braucht nur eine kleinere Dosis. Oft genügt ein einzelnes Boho Schmuckstück, damit ein schlichtes Outfit nicht beliebig wirkt: ein Om-Anhänger über einem weißen Shirt, ein Chakra-Armband neben der Uhr. Gedeckte Steine wie Tigerauge, Hämatit oder Lapislazuli fügen sich leichter in Business-Kleidung ein als bunte Perlenmischungen.

Auch die Jahreszeit verschiebt die Auswahl. Zu Leinen und Sommerkleidern passen helle Töne, Türkis und Muscheln, im Winter dagegen Holz, dunkle Steine und lange Ketten, die über Strick fallen. Wer ein Boho Schmuckstück wegen seines Symbols trägt, behält es das ganze Jahr und wechselt nur die Begleiter.

Geschenke nach Spielart auswählen

Ein Blick in den Kleiderschrank der beschenkten Person verrät meist, welche Richtung passt. Bei viel Leinen, Weiß und Beige liegt ein feines Stück im Modern-Boho-Stil nahe. Zu kräftigen Farben und Mustern passen eher ein Chakra-Armband oder eine Perlenkette mit Türkis. Ist ein Interesse an buddhistischen Traditionen bekannt, bietet sich ein Armband mit Buddha-Motiv oder ein tibetisch inspiriertes Stück an.

Gemischte Materialien richtig aufbewahren

Stein, Garn, Holz und Metall liegen im Boho-Look oft dicht beieinander, stellen aber verschiedene Ansprüche. Härtere Steine wie Achat oder Tigerauge können weichere wie Türkis oder Malachit zerkratzen, deshalb sind getrennte Fächer oder kleine Stoffbeutel sinnvoll. Türkis ist zudem porös und nimmt Kosmetik und Duft auf; er kommt deshalb erst ans Handgelenk, wenn Creme und Parfum getrocknet sind.