Kategorie: Chakra Armbänder

Rot am einen Ende, Violett am anderen: Die sieben Perlen eines Chakra Armbands folgen fast immer derselben Farbfolge. Dahinter steht eine Lehre, die den Körper entlang der Wirbelsäule in Zentren gliedert, vom Becken bis zum Scheitel. Mit etwas Übung wird die Farbreihe zur Landkarte. Wer die Reihenfolge kennt, kann an jedem Stein ablesen, für welches Chakra er steht.

Was das Wort Chakra bedeutet

„Cakra“ stammt aus dem Sanskrit und heißt Rad oder Kreis. In indischen Traditionen bezeichnet der Begriff Knotenpunkte im feinstofflichen Körper, an denen sich nach dieser Vorstellung Energiebahnen bündeln. Beschrieben werden sie vor allem in tantrischen Schriften und im Yoga. Ein bekannter Text ist das „Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa“ aus dem 16. Jahrhundert, das sechs Zentren und ein siebtes am Scheitel schildert.

In Europa verbreitete sich das Modell erst im 20. Jahrhundert. Großen Anteil daran hatte der britische Jurist John Woodroffe, der unter dem Namen Arthur Avalon 1919 „The Serpent Power“ veröffentlichte, eine Übersetzung und Erläuterung des Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa. Bis heute prägt das Buch, wie im Westen über Chakren geschrieben wird. Spätere Autoren aus Theosophie und Esoterik ergänzten das System um Farben, Steine und psychologische Deutungen.

Sieben Zentren von unten nach oben

Das Wurzelchakra, Muladhara, liegt am unteren Ende der Wirbelsäule und wird mit Erdung und Sicherheit verbunden. Unterhalb des Nabels folgt das Sakralchakra Svadhisthana, das mit Kreativität und Sinnlichkeit in Verbindung gebracht wird, und darüber Manipura im Solarplexus, das als Sitz von Willenskraft gilt. Diese drei unteren Zentren beschreiben viele Lehrer als die eher körperlichen.

Anahata, das Herzchakra, steht in der Mitte der Reihe und wird mit Liebe und Mitgefühl assoziiert. Am Hals sitzt Vishuddha, dem Ausdruck und Kommunikation zugeschrieben werden. Ajna zwischen den Augenbrauen, oft als drittes Auge bezeichnet, gilt als Zentrum von Intuition. Den Abschluss bildet Sahasrara, das Kronenchakra am Scheitel, das für Verbundenheit und Spiritualität steht.

Woher die Regenbogenfarben kommen

In den alten Sanskrit-Texten tragen die Chakren eigene Farben, Symbole und Silben, aber keine Abfolge in Spektralfarben. Die heute vertraute Zuordnung von Rot über Orange, Gelb, Grün, Blau und Indigo bis Violett entstand im Westen des 20. Jahrhunderts und setzte sich mit der New-Age-Bewegung durch. Eingängig ist sie allemal. Gerade das erklärt, warum sie sich auf Schmuck so stark verbreitet hat.

Für die Gestaltung hat das einen praktischen Vorteil. Ein Chakra Armband mit sieben farbigen Perlen bildet die gesamte Reihe auf kleinem Raum ab und ist sofort als solches erkennbar, auch zwischen dunklen Steinen wie Onyx oder Lavastein.

Steine und ihre Zuordnungen

Welcher Stein zu welchem Chakra gehört, ist nicht verbindlich festgelegt, folgt aber meist der Farbe. Häufige Zuordnungen sind roter Jaspis oder Granat für das Wurzelchakra, Karneol für das Sakralchakra und Tigerauge oder Citrin für den Solarplexus. Beim Herzchakra greifen viele zu Rosenquarz, Aventurin oder Jade.

Für den Hals stehen Türkis, Amazonit oder Sodalith, für das Stirnchakra Lapislazuli. Amethyst wird je nach Quelle dem dritten Auge oder dem Kronenchakra zugeordnet, Bergkristall ebenfalls der Krone. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Büchern und Schulen sind normal und zeigen, dass es sich um gewachsene Zuschreibungen handelt.

Eine eigene Rolle spielt Lavastein. Seine poröse Oberfläche nimmt ein paar Tropfen ätherisches Öl auf und gibt den Duft über Stunden langsam ab, weshalb er in vielen Chakra Armbändern zwischen den farbigen Perlen sitzt.

Chakra Armbänder im Alltag

Nicht jedes Stück zeigt alle sieben Farben. Wer sich für ein einzelnes Zentrum interessiert, wählt oft nur einen Stein, der diesem Chakra zugeordnet ist, etwa Rosenquarz für das Herz.

Auch am Hals funktioniert die Symbolik. Chakra Halsketten zeigen die sieben Steine meist als Anhänger oder als Abschnitt in der Kette. Ruhiger wirkt die Kombination mit schlichten Perlenketten, neben denen das farbige Armband zum einzigen Akzent wird.

Viele tragen ein Chakra Armband als Erinnerung an eine Yoga- oder Meditationspraxis, andere schlicht wegen der Farben. Für ein Geschenk eignet sich die volle Reihe, wenn die Vorlieben der beschenkten Person unbekannt sind; ein einzelner Stein passt, wenn ihr ein bestimmtes Thema am Herzen liegt.